Wer darf in die private Krankenversicherung wechseln?
Angestellte, Selbstständige, Beamte, Studierende: Für jede Gruppe gelten andere Regeln. Ein Überblick, bevor Du Dich mit Tarifen beschäftigst.
Von Lucas Zimmermann
Bevor Tarife, Beiträge oder Leistungen eine Rolle spielen, steht eine einfache Frage: Darfst Du überhaupt in die private Krankenversicherung wechseln? Die Antwort hängt fast ausschließlich von Deinem beruflichen Status ab.
Angestellte: Die Einkommensgrenze entscheidet
Als Angestellte oder Angestellter bist Du in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert, solange Dein regelmäßiges Jahresbruttoeinkommen unter der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt. Erst wenn Du diese Grenze überschreitest, wirst Du versicherungsfrei und kannst wählen. Für 2026 liegt die Grenze bei 77.400 Euro im Jahr. Sie wird jährlich angepasst, deshalb lohnt sich ein Blick auf den aktuellen Wert, bevor Du planst.
Wichtig: Gezählt wird das regelmäßige Entgelt. Einmalzahlungen zählen nur, wenn sie mit hinreichender Sicherheit jedes Jahr gezahlt werden.
Selbstständige und Freiberufler
Für Selbstständige gibt es keine Einkommensgrenze. Du kannst Dich grundsätzlich frei zwischen gesetzlicher und privater Absicherung entscheiden. Gerade hier lohnt sich aber ein nüchterner Blick auf die Zukunft: Wie stabil ist Dein Einkommen, und wie planst Du für das Alter?
Beamte und Beamtenanwärter
Beamte erhalten Beihilfe von ihrem Dienstherrn, die einen Teil der Krankheitskosten übernimmt. Die PKV ergänzt diesen Anteil mit einem Beihilfetarif. Deshalb ist die private Absicherung für Beamte in vielen Fällen die naheliegende Wahl.
Studierende und Auszubildende
Studierende können sich zu Beginn des Studiums von der Versicherungspflicht befreien lassen. Diese Entscheidung gilt allerdings für das gesamte Studium und lässt sich nicht einfach zurücknehmen. Auszubildende sind dagegen unabhängig von ihrer Vergütung pflichtversichert.
Was Du daraus mitnehmen kannst
Dass Du wechseln darfst, heißt noch nicht, dass Du wechseln solltest. Die Frage nach dem Dürfen ist nur der erste Schritt. Danach geht es um Gesundheitsfragen, um die langfristige Beitragsentwicklung und um Deine Lebensplanung. Gesetzlich zu bleiben kann genauso ein gutes Ergebnis einer sorgfältigen Prüfung sein.